FUCHSIG

Gestern wurde ein Amulett vergessen. Zentrales Motiv ist eine Abbildung eines Fuchses im Halbprofil. Er befindet sich dabei in sitzender Position und schaut recht friedlich aus. Abgedeckt ist das Motiv von einem gewölbten Glaskörper, der von einer Silberfassung gehalten wird, an der sich eine Kette anschließt. Mit Hilfe dieser Kette kann man das Objekt um den Hals tragen.

Wir kennen Amulette mit Fotos der Geliebten, mit Zeichnungen von Schiffen, mit militärischen Symbolen, aber ein Bewohner des Waldes in einem Amulett haben wir noch nie gesehen.

Wer mag der Träger sein? Eine Jägerstochter? Ein Greenpeace-Freak? Ein verliebter Sodomist? Sachdienliche Hinweise nehmen wir gerne entgegen.

Nägel wie Plusmärkte

Gesten wurde ein USB Stick vergessen. Er besitzt ein Fassungsvermögen von 2,00 GB, wovon 1,83 GB momentan ungenutzt sind. Er wird von einem transparenten roten Gehäuse geschützt und hat am Ende eine kleines Lichtchen, das hübsch leuchtet und flackert, wenn er in einen Rechner gesteckt wird, um anzuzeigen, dass gearbeitet wird.

Interessanter noch, als die Beschaffenheit des Objektes finden wir den digitalen Inhalt:

  • Präsentation zum Thema „Therapie- und Prozessforschung“
  • Musik der Gruppe Bailefunk
  • Ein Ordner mit zahlreichen dokumentarischen Bildern eines Wasserschadens in einer Wohnung
  • Urlaubsfotos

Näher eingehen wollen wir hier aus Zeit- und Platzgründen nur auf dieses eine Urlaubsfoto, das wir sehr schön finden.

Ein einziger Mensch befindet sich im Wasser, so als hätte er den Haialarm nicht mitbekommen. Beachtenswert sind auch die Farben des Nagellackes dieser wohlgepflegten hübschen Füße, erinnern uns unwillkürlich an die Discounterkette Plus. Könnte das mal jemand bitte deuten?
Der fotografische Gegenschuss dieses Motivs liegt der Redaktion vor. Unterliegen Füße eigentlich dem Persönlichkeitsrecht?

Frau Petersen

Gestern wurden einige Notizzettel vergessen. Sie sind ca. 50 x 100 mm groß und in Form einer losen Blattsammlung in einer passenden Klarsichthülle gespeichert. Es handelt sich offensichtlich auf der einen Seite um Weihnachtsbesorgungen. Hier wird als erstes die Frage gestellt, ob man Frau Petersen wohl Plätzchen schenken sollte, vielleicht vorher nochmal anrufen? Frau Petersen, wir hoffen, sie haben Ihre Plätzchen erhalten, obwohl der Zettel verloren wurde, wobei die Notiz durchgestrichen und damit vermutlich erledigt wurde.
Außerdem besorgt werden sollte Butaris (Das ist Butterschmalz, mussten wir selber nachschlagen und hofften schon, dass es irgendetwas Verbotenes ist), eine Dubliners CD (Frau Petersen, hoffentlich haben SIE Plätzchen erhalten) und Voltaren (Wir finden Voltaren gehört eher zu den ungewöhnlichen Weihnachtsgeschenken.)

Für uns als Gastronom, ist die Rückseite der Sammlung nicht minder interessant, befindet sich hier doch unter anderem ein Rezept für “Berliner Salat”. Wir wollen es gleich vorwegnehmen, der Berliner Salat eignet sich nicht für eine fleischlose Ernährung: 280 g Erbsen aus der Dose, 2 x 125 g gekochter Schinken (Anm. d. Red.: Wahlweise auch 1 x 250 g), 200 g Fleischwurst, 200 g grobe Salami, Makkaronis (ohne Mengenangabe, aber wir vermuten: vorsichtig dosieren)
Wohl bekomm’s!
Wir sind der Berliner Küche gegenüber ja recht aufgeschlossen, aber mag mal jemand diesen Salat testweise herstellen und uns Bescheid geben, ob wir ihn ins Sortiment übernehmen sollen? Vielleicht als “Berliner Neujahrs Salat” oder so?

Greifhilfe

Gestern wurde ein Greifhilfswerkzeug vergessen! Es weißt deutliche Gebrauchsspuren auf, ist aber noch vollumfänglich funktionstüchtig.

Es ist 46 mm lang und gabelt sich nach 6 mm in seine beiden Metallstücke, die am Schaft zusammen geschweißt wurden. Durch leichten Druck bewegen sich die beiden Metallstücke aufeinander zu und mit etwas Geschick ließe sich vermutlich durch diesen Effekt auch etwas mit dem Greifhilfswerkzeug greifen. Wir denken, dass vor allem kleine Gegenstände, die für das menschliche Greifwerkzeug – die Hand – zu klein sind, mit diesem Greifhilfswerkzeug ergriffen wurden.

Wer das einmal ausprobieren möchte, kann sich gerne am Tresen melden.

Gottes Zeichen

Gerade eben wurden zwei Karten für das Berliner Olympiastadion vergessen. Es handelt sich um die Sitzplätze Block 13.1, Reihe 28, Sitzplätze 15 + 16.
Hertha spielt heute nicht. Heute spielt der Papst. Gegen wen wissen wir nicht. Auf dem Ticket steht “Wo Gott ist, da ist Zukunft”. Auf der Rückseite befindet sich eine Werbung für den großen Erinnerungsbildband, 96 Seiten, 21 x 27 cm, durchgehend farbige Abbildungen, gebunden. Nur 9,95. Ist das Gottes Zeichen?
Sollten sich die Besitzer dieser Karten bis heute 16:00 nicht melden, verschenken wir sie oder gehen selber hin. Interesse?

Ranitidin 300

Gestern wurde ein Etui vergessen. Es ist 70 x 70 mm groß und beutelförmig. Es verfügt über einen maulartigen Verschluss der durch zwei miteinander verschränkte Bügel sicher verschlossen werden kann. Es besteht aus bedrucktem Stoff, das Muster des Druckes lässt sich schwer mit Worten beschreiben.
Interessanter noch als das Etui selber ist sein Inhalt. Es ist prall gefüllt mit Medikamenten aller Art. Mit Pillen, Tabletten, Kapseln und auch Pflastern.
Das Spektrum geht von einfachen Rennie Magenkaugummis Sorte Spearmint bis hin zu Ranixal mit dem Wirkstoff Ranitidin in der Dosis 300 mg.
Der Besitzer scheint einen recht empfindlichen Magen zu haben. Wir vermuten, dass der Besitzer nach dem Genuss unserer Speisen in einer ihm bis dahin nicht bekannten Art beschwerdefrei war, sodass er sein Medikamentenarsenalsäckchen völlig vergaß.

Wir wissen allerdings leider nicht, was sich für ein Wirkstoff sich in einer kleinen runden weissen Tablette befindet. Sie hat einen Durchmesser von 10 mm und eine Höhe von 4 mm, die Kanten sind leicht gebrochen. Eingestanzt in ihrer Mitte steht “eemol”.
Wer kann uns bitte sagen, was sich dahinter verbirgt. Wirkstoff und Wirkweise wären uns wichtig.

Mütze und Mund

Gestern wurde ein Notizbuch vergessen. Es ist recht klein, 70 x 130 mm im geschlossenen Zustand. Auf dem Cover ist eine Frau abgebildet, die die Arme nach oben streckt. Im Innern befinden sich allerlei Notizen und auch eine Skizze. Die meisten Notizen und Ideen, die das Notizbuch handschriftlich beinhaltet, verstehen wir. Aber die Skizze, mit der tun wir uns ein bisschen schwer.
Im Zentrum der Skizze befindet sich der stilisierte Umriss Berlins. Nicht ganz genau gezeichnet, aber ein “B” in der Mitte lässt jeden Zweifel verfliegen, dass es sich nicht um Berlin handeln könnte. Rechts bzw. östlich von Berlin ist eine geschlossene Tür abgebildet. Westlich von Berlin ein Glühbirne. Nordöstlich von Berlin, auf zwei Uhr eine Note mit Versetzungszeichen, auf zehn Uhr ein Stuhl.
Damit nicht genug. Im Norden Berlins ist eine Mütze abgebildet und im Süden ein Kussmund. Diese beiden Symbole, also Nord und Süd sind mit einem Pfeil, in beide Richtungen verbunden. Die Mütze liegt auf Wandlitz und der Kussmund auf Rangsdorf.
Wandlitz und Rangsdorf, Mütze und Kussmund, der Stuhl und die Note, verschlossene Tür und Glühbirne!
Wir sind dem Wahnsinn nahe.

Julian, Deine Notizen

Gerade wurde etwas vergessen. Es handelt sich um eine Serviette auf der Notizen gemacht wurden. Wir vermuten, dass diese Notizen von Julian Assange stammen, der gerade noch auf dem Platz saß, an dem wir diesen schönen Fund machten.
Ausschliesslich Zahlen und mathematische Interpunktionen wurden notiert, ein paar einfache Gleichungen.

Zwei Zahlen wurden eingerahmt:

  • 0’30, das könnte eine Zeit oder Gradangabe sein
  • 1960, das könnte eine Jahresangabe sein.

Auf der Rückseite steht ein Wort geschrieben: Africa.

Hat jemand Ideen?

Julian, vielleicht kommst Du ja morgen nochmal vorbei, dann können wir Dir Deine Notizen zurückgeben und vielleicht traue ich mich dann endlich Dich anzusprechen.

Noch was: Die Lösung für x von x/100*2500=800 lautet x=32.

Dein Einkaufszettel

Gerade eben wurde ein Einkaufszettel vergessen.  Er hat das Format 80 x 80 mm und ist gut erhalten. Einzukaufen sind:

QTips, Gesichtsreinigung/Tücher, Deo,
Zahnseide/Bürste, Haarspray, Shampoo,
Duschgel, Kaugummi, Haarspangen, Haarkur

Wir vermuten, dass es sich bei diesem Einkaufszettel um einen Drogeriemarkteinkaufzettel handelt.

Wir fragen uns: Musst Du das noch einkaufen oder hast Du es schon eingekauft.

Eignungsprüfung 2011

Gestern wurde eine Absage zur Eignungsprüfung der Kunsthochschule Berlin Weißensee vergessen. Angestrebt wurde der Studiengang Malerei, dem aufgrund der vorgelegten Arbeiten der Zugang verwehrt wird. Dann folgt allerhand juristischer Blabla und der Hinweis auf die Möglichkeit des Widerspruches gegen diesen Bescheid.

Das finden wir traurig und wir fühlen mit Dir, lieber Gast, und wünschen Dir alles Gute. Außerdem denken wir, dass Autodidaktismus immer noch der schönste Bildungsweg ist, studiengebührenfrei noch dazu.