Beissring eines Digital Natives

Gestern wurde ein Beissring vergessen. Das Werkzeug muss von einem Digital Native stammen. Es besteht aus drei unterschiedlichen Teilen. Der rote Teil ist aus Silikon, recht hart, ab einem bestimmten Druck gibt er aber nach. Man will immer wieder daran nesteln.

Der grüne Bereich ist sehr viel weicher und mit einer Flüssigkeit gefüllt. Wir vermuten, dass es sich dabei um eine Kühlflüssigkeit handelt. Der Beissring kann also im Tiefkühlfach gelagert werden und wird danach die gespeicherte Kälte an die betroffenen Stellen im Mund des Digital Natives abgeben. Das ist sicherlich ein sehr angenehmes Gefühl.

Der blaue, harte Teil verbindet die Funktionsabschnitte miteinander. Alle Materialien sind geschmacklos.

Digital Natives zahnen meistens um den sechsten Lebensmonat herum. Wir empfehlen aber auch ausgewachsenen Exemplaren einen Beissring in Griffweite zu lagern, es gibt kaum bessere Möglichkeiten des lautlosen und Mitmenschen-nicht-belästigenden Aggressionsabbau.

In Notfällen bitte an der Bar nachfragen.

Humalog KwikPen

Gestern wurde ein Humalog KwikPen vergessen. Am oberen Ende befindet sich eine Stellschraube mit der man die Dosis der Insulingabe einstellen kann. Sie geht von 0 bis 60 Einheiten. Der Kopf der Spritze wird umso weiter nach oben heraus gedreht als man die Einheiten erhöht. Wenn man ihn nach unten drückt wird die eingestellte Insulinmenge hinausbefördert. Am unteren Ende kann man Einwegkanülen aufschrauben, die die Injektion erheblich erleichtern sollten.

Humalog ist ein spezielles Insulin, dass seine Wirkung äußerst schnell entfaltet, deutlich schneller als Actrapid.

Eben haben wir mal 10 Einheiten in die Luft gespritzt. Und wir wissen jetzt: Insulin hat einen Geruch. Es riecht nach Süßstoff. Das finden wir merkwürdig. Oder ist das Insulin gar nicht das was riecht sondern, der Trägerstoff, der Alkohol oder was auch immer beigemischt ist?

Der Pen ist noch fast halb gefüllt. Also wer überzuckert im St. Oberholz sitzt, kann gerne danach fragen. Kanülen bitte mitbringen.

Gelbes Mammut

Gestern wurde ein Mammut vergessen. Es ist gelb, 46 mm lang und 28 mm hoch. Es ist sehr schmal und sehr gelb. Die Tiefe beträgt höchstens 4 mm am Rücken.

Der Kunststoff aus dem es hergestellt wurde ist hart und sehr glatt, einzig die Stoßzähne sind ein klein wenig biegsam. An den Nahtstellen kann man erkennen, dass es gegossen wurde.

Erst vor 4.000 Jahren sind sie ausgestorben.Wir dachten immer Mammuts wären ungefähr so dick wie Elefanten. Aber dieses hier ist sehr dünn, vielleicht unterliegt es einer prähistorischen Essstörung? Waren Mammut nun dick oder dünn?

Auf ewig Dein!

Gestern wurde ein Ring vergessen. Das ist lange nicht mehr vorgekommen. Der vergoldene Ring ist recht grazil geschnitten und fasst einen farblosen gläsernen Edelstein.

Leider mussten wir heute ein Drama mit ansehen. Wir wollten es nicht beobachten, aber wir konnten uns nicht entziehen. Ein Paar stritt und weinte an einem unserer Tische, lange und heftig. Irgendwann legte die Frau diesen Ring hier auf den Tisch und verließ weinend das St. Oberholz. Der Mann sammelte sich kurz und ging dann ebenfalls hinaus.

Als wir zum Abräumen an den Tisch traten, lag dieser Ring dort. Wir hatten keine Chance, ihn hinterher zu tragen.

In den Ring eingraviert ist: „Auf ewig Dein!“

Wackelt wie Pudding

Gestern wurde ein Gebilde aus Kunststoff vergessen. Es hat einen mittleren Durchmesser von 26 cm und ist 12 cm hoch. Die Grundform ist herzförmig. Der Kunststoff ist weich und fühlt sich angenehm an, es handelt sich vermutlich um Silikon. Tippt man das Gebilde an, so wackelt es wie Pudding. Der herzförmigen Grundform folgend, sind unten am Boden in geringem gleichmässigem Abstand runde Ausbuchtungen vorhanden.

Wir mögen das Ding irgendwie und können es kaum noch aus der Hand legen, aber wir wissen nicht, was es ist. Diesmal wirklich nicht. Schwöre!
Swimming Pool für Barbies würde im Hinblick auf die Form und die Farbe passen, aber dafür ist es zu silikonig und nirgendwo ein Logo der Marke zu finden.

Sachdienliche Hinweise werden von 08:00 bis 00:00 am Tresen entgegengenommen.

FUCHSIG

Gestern wurde ein Amulett vergessen. Zentrales Motiv ist eine Abbildung eines Fuchses im Halbprofil. Er befindet sich dabei in sitzender Position und schaut recht friedlich aus. Abgedeckt ist das Motiv von einem gewölbten Glaskörper, der von einer Silberfassung gehalten wird, an der sich eine Kette anschließt. Mit Hilfe dieser Kette kann man das Objekt um den Hals tragen.

Wir kennen Amulette mit Fotos der Geliebten, mit Zeichnungen von Schiffen, mit militärischen Symbolen, aber ein Bewohner des Waldes in einem Amulett haben wir noch nie gesehen.

Wer mag der Träger sein? Eine Jägerstochter? Ein Greenpeace-Freak? Ein verliebter Sodomist? Sachdienliche Hinweise nehmen wir gerne entgegen.

Nägel wie Plusmärkte

Gesten wurde ein USB Stick vergessen. Er besitzt ein Fassungsvermögen von 2,00 GB, wovon 1,83 GB momentan ungenutzt sind. Er wird von einem transparenten roten Gehäuse geschützt und hat am Ende eine kleines Lichtchen, das hübsch leuchtet und flackert, wenn er in einen Rechner gesteckt wird, um anzuzeigen, dass gearbeitet wird.

Interessanter noch, als die Beschaffenheit des Objektes finden wir den digitalen Inhalt:

  • Präsentation zum Thema „Therapie- und Prozessforschung“
  • Musik der Gruppe Bailefunk
  • Ein Ordner mit zahlreichen dokumentarischen Bildern eines Wasserschadens in einer Wohnung
  • Urlaubsfotos

Näher eingehen wollen wir hier aus Zeit- und Platzgründen nur auf dieses eine Urlaubsfoto, das wir sehr schön finden.

Ein einziger Mensch befindet sich im Wasser, so als hätte er den Haialarm nicht mitbekommen. Beachtenswert sind auch die Farben des Nagellackes dieser wohlgepflegten hübschen Füße, erinnern uns unwillkürlich an die Discounterkette Plus. Könnte das mal jemand bitte deuten?
Der fotografische Gegenschuss dieses Motivs liegt der Redaktion vor. Unterliegen Füße eigentlich dem Persönlichkeitsrecht?

Frau Petersen

Gestern wurden einige Notizzettel vergessen. Sie sind ca. 50 x 100 mm groß und in Form einer losen Blattsammlung in einer passenden Klarsichthülle gespeichert. Es handelt sich offensichtlich auf der einen Seite um Weihnachtsbesorgungen. Hier wird als erstes die Frage gestellt, ob man Frau Petersen wohl Plätzchen schenken sollte, vielleicht vorher nochmal anrufen? Frau Petersen, wir hoffen, sie haben Ihre Plätzchen erhalten, obwohl der Zettel verloren wurde, wobei die Notiz durchgestrichen und damit vermutlich erledigt wurde.
Außerdem besorgt werden sollte Butaris (Das ist Butterschmalz, mussten wir selber nachschlagen und hofften schon, dass es irgendetwas Verbotenes ist), eine Dubliners CD (Frau Petersen, hoffentlich haben SIE Plätzchen erhalten) und Voltaren (Wir finden Voltaren gehört eher zu den ungewöhnlichen Weihnachtsgeschenken.)

Für uns als Gastronom, ist die Rückseite der Sammlung nicht minder interessant, befindet sich hier doch unter anderem ein Rezept für „Berliner Salat“. Wir wollen es gleich vorwegnehmen, der Berliner Salat eignet sich nicht für eine fleischlose Ernährung: 280 g Erbsen aus der Dose, 2 x 125 g gekochter Schinken (Anm. d. Red.: Wahlweise auch 1 x 250 g), 200 g Fleischwurst, 200 g grobe Salami, Makkaronis (ohne Mengenangabe, aber wir vermuten: vorsichtig dosieren)
Wohl bekomm’s!
Wir sind der Berliner Küche gegenüber ja recht aufgeschlossen, aber mag mal jemand diesen Salat testweise herstellen und uns Bescheid geben, ob wir ihn ins Sortiment übernehmen sollen? Vielleicht als „Berliner Neujahrs Salat“ oder so?

Greifhilfe

Gestern wurde ein Greifhilfswerkzeug vergessen! Es weißt deutliche Gebrauchsspuren auf, ist aber noch vollumfänglich funktionstüchtig.

Es ist 46 mm lang und gabelt sich nach 6 mm in seine beiden Metallstücke, die am Schaft zusammen geschweißt wurden. Durch leichten Druck bewegen sich die beiden Metallstücke aufeinander zu und mit etwas Geschick ließe sich vermutlich durch diesen Effekt auch etwas mit dem Greifhilfswerkzeug greifen. Wir denken, dass vor allem kleine Gegenstände, die für das menschliche Greifwerkzeug – die Hand – zu klein sind, mit diesem Greifhilfswerkzeug ergriffen wurden.

Wer das einmal ausprobieren möchte, kann sich gerne am Tresen melden.

Gottes Zeichen

Gerade eben wurden zwei Karten für das Berliner Olympiastadion vergessen. Es handelt sich um die Sitzplätze Block 13.1, Reihe 28, Sitzplätze 15 + 16.
Hertha spielt heute nicht. Heute spielt der Papst. Gegen wen wissen wir nicht. Auf dem Ticket steht „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. Auf der Rückseite befindet sich eine Werbung für den großen Erinnerungsbildband, 96 Seiten, 21 x 27 cm, durchgehend farbige Abbildungen, gebunden. Nur 9,95. Ist das Gottes Zeichen?
Sollten sich die Besitzer dieser Karten bis heute 16:00 nicht melden, verschenken wir sie oder gehen selber hin. Interesse?